Mittwoch, 1. Juni 2016

30. + 31.05.

Abreisetag.
um 7 Uhr bin ich aufgestanden, habe auf die Familie gewartet, die sich abfahrtsbereit für Schule und Arbeit gemacht hat, und mich dann von allen nochmal kurz verabschiedet. Dann hab ich gepackt, war halb neun mit allem fertig X-D und hab noch eine Stunde gelesen. Halb zehn bin ich zum letzten Mal dort ins Fitnessstudio gegangen (habe glaubhaft versichert, dass ich mir dann beim nächsten Besuch, morgen oder übermorgen, eine neue Clubkarte kaufe!) und war dort bis kurz nach 12 Uhr. Auf dem Rückweg nach Hause habe ich bei Nando's im Drive Through zum Mittagessen mitgenommen (Nando's ist die beste Hühnchen-Kette in Südafrika, und ich glaube in den USA gibts die auch!). Als ich zurück zuhause ankam, war die Hausdame Mevis gerade in meinem Zimmer zugange, natürlich hatte sie alles, was ich mir zurecht gelegt hatte, auf einen Haufen geschmissen. Seufz. Ich bat sie dann, doch bitte bis 15 Uhr zu warten, da ich ja noch nicht ganz weg sei. Dann hab ich erstmal mein Hühnchen-Mittag verputzt. Danach duschen, anziehen, den letzten Kram zusammenpacken. Eigentlich war es erst 15 Uhr und ich wollte gerne noch in Ruhe eine Folge online gucken, aber Mavis hat dauernd geguckt, ob ich noch da bin.. da hatte ich dann auch keine Ruhe mehr. Und als sie dann meinte, ich hätte vergessen sie zu bezahlen, da bin ich dann doch schon kurz nach 15 Uhr abgefahren (das war schon das zweite Mal! Aber ich hatte eh kein Bargeld mehr übrig.). Erst war ich noch tanken und dann auf dem Weg zum Flughafen. Natürlich saß ich im Stau, aber ich hatte ja mehr als genug Zeit. Gegen 16 Uhr war ich am Flughafen, Ca. 17 Uhr eingecheckt und durch alle Kontrollen durch. Dann bin ich da ein bisschen herum geschlendert, habe alle die Shops vom letztem Mal wieder erkannt, an einem Stand zwei verschiedene Vodka probiert und im Duty Free Shop noch ein bisschen was eingekauft :-) Dann noch eine Stunde gelesen und dann gings schon in den Flieger. Die Zeit ist wirklich erstaunlich schnell vorbei gegangen.
In der Reihe 13 hatte ich einen Fensterplatz  X-D neben mir saß ein Künstler, der im Flugzeug seine wunderschönen grafischen Zeichnungen gemalt hat und hinter mir eine sehr aktive Dame, die es sich scheinbar zur Aufgabe gemacht hatte, sich in ihrem Sitz häuslich einzurichten. Jedenfalls wurschtelte die da die ganze Nacht herum, Klappe hoch, Klappe runter, Taschen Tüten um sich herum verteilt, Sitz vor, Sitz zurück, (und dabei natürlich immer kräftig bei mir mitgewackelt), bis sie am Ende ihr Wohnzimmer nachgebaut hatte. Seufz.
Das Essen im Flieger war ok, die Getränke frei, einen Film hab ich geschaut, dann wars 23 Uhr und ich bin schlafen gegangen (mit chemischer Hilfe). Bis zum Frühstück habe ich geschlafen (nicht durch-, aber immer gleich wieder ein-), das Frühstück (das können se hier halt nicht so) eher okay, dann war ich in London. Schwupps. So schnell ist der Kontinent gewechselt. Bis zum nächsten Flug hatte ich 1 Stunde 15 Minuten Zeit, UND der Abflug war im gleichen Terminal, ich musste also nicht wie beim Hinflug um mein Leben rennen. Leider gab es an der Stelle wo die Rucksäcke durchleuchtet werden nochmal ein kleines Problem, denn mein Duty Free Sack musste er gesondert inspiziert werden :-( ich sah schon kommen, dass ich den, wie nach unserem Abflug aus Botswana dort am Flughafen lassen muss, aber nichts passierte. Nach einer Wartezeit von etwa 15 Minuten war dann scheinbar klar, dass es sich wirklich nur um Duty Free Alkohol und nicht um explosive Substanzen handelt und ich bekam meine Tüte zurück :-) 09:15 Uhr saß ich im Flieger, 09:45 Uhr war Abflug und 11.45 Uhr war ich in Berlin. Alle meine Koffer waren da, alles war drin, nichts war kaputt und ich nicht mal sehr müde :-) Ich wurde am Flughafen abgeholt - und das wars dann. Abenteuer vorbei.
Bis zum nächsten Mal :-)

Sonntag, 29. Mai 2016

29.05. Allerletzter Tag, zum letzten Mal hier schlafen

Unaufhaltsam aber stetig kam er daher, der unvermeidlich letzte Tag. Traurig aber wahr. Ich bin wieder mit dem Sonnenaufgang aufgewacht, hab ihn mir vom Bett aus angeguckt und bin dann nochmal eingeschlafen bis 07:47 Uhr. So lange habe ich hier schon lange nicht mehr geschlafen :-) Dann bin ich gemütlich aufgestanden, hab gefrühstückt und die letzten Handgriffe an den Abschiedsgeschenken für die Familie erledigt.
Für die Eltern habe ich jeweils eine Flasche "Meerlust" (für Stefan Rotwein, für Sorein Weißwein) und eben das schon angesprochene Gästebuch und für die Kids Lego und Süßigkeiten. Dazu hab ich noch eine Karte geschrieben, ich hoffe, das ist okay so.

Meerlust

Lego

... und das zukünftige Gästebuch

Kurz vor 10 Uhr kam die Familie von der Kirche wieder nach Hause. Wir wollten ja eigentlich Lunch zusammen essen, aber Sorein fragte dann, ob nicht auch Brunchen ginge. Klar, war mir recht, in 10 Minuten war ich ausgehfähig. Der RettAss kam auch aus seiner Bude heraus, hatte aber irgendwas anderes vor und entschied sich nicht mitzukommen!!! (Manche Dinge erledigen sich eben doch von selbst)
Wir sind dann zum Delta River Café in der Nähe gefahren (ein nettes Café mit Kinderspielplatz UND Hunde waren erlaubt) und haben ausgezeichnet gefrühstückt. Diesmal hab ich aber die Rechnung übernommen. Kurz vor 12 Uhr waren wir dann zurück und ich bin zum vorletzten Mal zum Sport gegangen (dort wurde ich natürlich dran erinnert, dass ich nach heute nur noch EINMAL mit meinem Ausweis in das Sportstudio gehen darf, danach müsse ich eine neue Mitgliedskarte kaufen). Nach dem Sport hab ich mit meinen letzten 50 Rand noch was zu Trinken und zu Essen für Morgen eingekauft (ich hatte den Montag irgendwie nicht in meiner Essensplanung drin X-D) und war gegen 16 Uhr wieder zuhause. Um 17 Uhr war ich nochmal mit den Steyns verabredet, zum Tschüß sagen. Wir haben unsere Geschenke ausgetauscht (ich glaube sie haben sich gefreut; und die Jungs haben sofort das Lego-Zeug zusammen gebaut und die Süßigkeiten verputzt) - ich bekam ein selbstgemaltes Bild von Sorein
und eine Kette mit einem kleinen Afrika-Anhänger. Ich hab mich soooo sehr gefreut, dieses Bild ist entstanden, weil ich Totenköpfe so mag; ich hab ihr den Totenkopf-Blumentopf gezeigt, den ich im Living room Rooftop Café erstanden hatte :-) Bis halb 8 etwa war ich noch drüben, wir haben gequatscht und Cricket geschaut und dann wurde es Zeit wieder zu gehen. ABER bevor alle morgen zur Arbeit und Schule gehen, wollen sie nochmal bei mir klopfen, zum richtigen Verabschieden. Das war mir ganz recht, denn so brauche ich erst morgen traurig sein und nicht schon heute :-)
Gepackt habe ich noch gar nichts, das mach ich alles erst morgen. Mein Flug geht erst um 21 Uhr aus Johannesburg los, ich habe also genügend Zeit...

28.05. letzter Samstag

Das wars nun also mit der Arbeit :-( nun habe ich noch zwei Tage (Sa + So) frei und Montag ist Abflug. :-( Schade, ging viel zu schnell vorbei.
Für heute hatte Sorein ja einen Überraschungstag für mich geplant - leider konnte das nur noch ein halber Tag werden, denn der RettAss und der Gastvater hatten entschieden, dass wir abends zu einem Rugby-Spiel nach Pretoria fahren. Das hieß für uns, wir mussten spätestens um 14 Uhr wieder zurück zuhause sein. Seufz.
Ich hab mir einen Wecker für 07 Uhr gestellt, mich aus dem Bett geschält und war um 08 Uhr abreisefertig. Wir haben zuerst den mittleren Sohn zum Cricket-Training gebracht
.. und sind dann losgefahren nach ... Hartbeespoort. Genau. Zu dem afrikanischen Markt, Chameleon Village, bei dem ich schon war  o_O  das hab ich Sorein aber nicht verraten. (Mit dabei hatten wir den niedlichen jüngsten Sohn). Wir haben dort erst einen Kaffee getrunken und sind dann wieder in diese riesige Halle mit den vielen afrikanischen KrimsKrams-Ständen gegangen. Diesmal hatte ich sie aber zur Unterstützung dabei und es war noch früh (10 Uhr) und deshalb noch nicht ganz so schlimm mit der VerkaufsWut der Standbesitzer. Ich habe mir tatsächlich auch was gekauft. Eine Handtasche  X-D  und Sorein hat Erinnerungsringe für uns gekauft :-D
Gegen 11 Uhr haben wir uns einen Brunch gegönnt, im Pancake-House. Ich dachte ja, wir gehen vielleicht in eines der afrikanischen Restaurants  o_O aber die Pancakes waren auch gut!
Kurz vor 12 Uhr sind wir wieder abgefahren, diesmal einen anderen Weg um den See herum, durch eine Gegend, die wie .. tja.. Lugano aussah, sehr schweizerisch-italienisch-malerisch.. wirklich toll. Dann kamen wir zu einem Ort, der eine Windmühle und Gebäude im holländischen Stil hatte, in der Windmühle war ein exklusiver Supermarkt für die reichen weißen Leute, die in dieser exklusiven Gegend wohnten. Dort haben wir ein bisschen war eingekauft und sind wieder weiter gefahren. Zurück nach Hause. Eigentlich war noch ein bisschen Spa und Massage geplant, aber das klappte nun zeitlich nicht mehr.
14 Uhr waren wir zurück zuhause, 14:30 Uhr sind wir losgefahren nach Pretoria, zum Rugby. Es spielten die Bulls (blau, Pretoria) gegen die Lions (rot, Johannesburg), es versprach also ein gutes Spiel zu werden. Halb vier waren wir da, das Spiel ging aber erst kurz nach 17 Uhr los. Das war aber beabsichtigt, denn die Hälfte des Spaßes bestand bereits in der Party VOR dem Spiel. Es war wirklich was los: die Leute saßen auf der Ladefläche ihrer Pickups und haben gegrillt, es gab überall Musik, Campingstühle, Grills und viel Bier. Irgendwie hat es sich angefühlt wie in Deutschland auf einem kleinen Festival :-D Kurz vor dem Stadion gab es dann noch eine kleine Party"meile" mit Bierständen, Fast Food und einer Bühne. Die Band, die dort gespielt hat war richtig gut! Es war wirklich eine tolle Stimmung - und vor allem: Rote und Blaue friedlich vermischt!!
Hier mal ein paar Eindrücke:
















Um 17:05 Uhr ging dann das Spiel los, zweimal 40 Minuten mit 10 Minuten Halbzeitpause. Also, ähem, das Spiel mag ja in vielen Ländern Nationalsport sein, aber ... was für eine Sinnlosigkeit, 80 Minuten hinter einem Ball her zu jagen, hin und her über das Spielfeld, sich dabei anrempeln, umschubsen und hinschmeißen zu lassen, andere anzurempeln, umzuschubsen und hinzuschmeißen, nur um den Ball auf die andere Seite zu bringen. Fast so sinnlos, wie 90 Minuten hinter einem Ball her zu rennen  X-D  bloß noch ein bisschen brutaler. Nun ja, die Roten (Lions, Johannesburg) haben aber haushoch gegen die Blue Bulls gewonnen :-) das führte zwar dazu, dass einige der Blue Bulls Fans schon vor Ende des Spiels die Arena verlassen haben, aber es war trotzdem friedlich. Keine Fan-Kriege hinterher. Alles harmlos :-) Gegen 19 Uhr war das Spiel zuende und mir war arschkalt. Wir sind dann aber auch direkt zurück zum Auto gelaufen, sind zurück nach Johannesburg gefahren und haben nur unterwegs noch für Hunde (Tankstelle, Supermärkte hatten schon geschlossen)- und Menschenfutter (KFC) angehalten und waren gegen 20 Uhr zuhause.
Morgen, Sonntag, will ich die Familie zum Mittagessen einladen (sie haben sich einen Italiener in der Nähe ausgesucht) und abends trinken wir noch ein Glas Wein zusammen, das wars dann :-(

Freitag, 27. Mai 2016

27.05. Allerletzter Arbeitstag :-(

Heute Morgen war das Prozedere ein wenig anders: ich bin um 5 Uhr aufgestanden, 05:50 Uhr losgefahren und war um 06 Uhr wie vereinbart an der Bäckerei um die süßen Gebäckteilchen abzuholen. Die waren noch ofenfrisch und warm.. und die Fahrt im Auto bis zur Arbeit, mit den duftenden Teilchen auf dem Rücksitz, eine ziemliche Herausforderung. Ich war ein bisschen eher da als sonst und konnte so schnell vor der Übergabe die Teilchen auf dem Besprechungstisch drapieren (wobei "Teilchen" ziemlich untertrieben ist, die Teile waren zum Teil so groß, dass ich sie in vier handliche Stücke zerteilen konnte). So sah das dann aus:


In einer kurzen Rede habe ich mich für die letzten zwei Monate bedankt. Mein Kollege der RettAss war direkt nach dem Dienst gegangen und leider zu meiner Verabschiedung nicht da. Das war mir ein bisschen peinlich, immerhin stehen wir ja für Einheit und Zusammenhalt. Nun ja, sei's drum. Ab jetzt kanns mir eigentlich egal sein.
Und das wars dann auch. Dann ging der normale Arbeitsalltag weiter. Wir hatten einen spannenden Patientenfall, ansonsten war es eher ruhig. Halb zwei war alles fertig und ich habe mich bei den Kollegen, mit denen ich die meiste Zeit zusammen gearbeitet habe, bedankt und verabschiedet, habe meine Schuhe im Krankenhaus gelassen (die eine Krankenschwester wollte die gerne haben) und bin zum letzten Mal den Weg vom Krankenhaus nach Hause gefahren (heute Morgen ging mal wieder das Fahrertür-Autofenster nicht richtig zu und ich musste das Auto mit einem Viertel geöffneten Fenster auf dem Parkplatz stehen lassen. Aber es war noch da :-).
Ein bisschen schwer ist es mir schon gefallen. Aber die Tatsache, dass der Chef mal WIEDER völlig verpeilt war, hat es mir ein wenig leichter gemacht (ich hatte ihn bereits vor über einer Woche darum gebeten, dass er mir ein Schreiben erstellt - wie allen meinen Vorgängern auch -, in dem einfach nur steht, dass ich hier war und mitgearbeitet hab. Natürlich hatte er es bis heute morgen nicht geschafft, dann war er bis mittags in einem Meeting und danach musste er in ein anderes Krankenhaus; meinte, er schaffe es heute nicht mehr und ich könne es mir ja Samstag oder Sonntag abholen. Genau. Sowas ... ach nee. egal. Ich schreibe einfach seiner Assistentin eine Email und bitte sie mir das nach Deutschland zu schicken.).
Dann war ich zuhause, hab zum letzten Mal Chakalaka aus der Dose zum Mittag gegessen und bin ins Fitnessstudio gegangen. Meine Club-Karte ist natürlich nicht gefunden worden, aber ich bin mit meinem Ausweis reingekommen. Nach dem Sport bin ich schnell heim und dann rüber zur Gastfamilie zum Braai. Wir haben aber drinnen gesessen, draussen ist es jetzt wirklich zu kalt. Es gab gegrilltes Hühnchen, gegrilltes Knoblauch-Brot, Salat, gebackene Süßkartoffel, Blumenkohl und Mais. Verdammt lecker. Dazu einen sehr guten Stellenbosch-Rotwein. Seufz. Das wird mir sehr fehlen :-(
Für Morgen ist eine Überraschung geplant... Mal sehen... erstmal ausschlafen. Und dann erzähl ich wie es war :-)

Donnerstag, 26. Mai 2016

Letzter Dienst 25./26.05.

Hach, was für zwei Tage.
Also am Mittwoch bin ich wieder wie immer zur Arbeit, morgens früh raus, Dienst. Und es war mal ein recht unruhiger Tag, immer mal wieder ein neuer Patient, auch schon tagsüber... Naja, wie gesagt, es war gut zu tun. Nettes Team. Einmal war ich mit im OP. Über Mittag war ich mal für eine halbe Stunde in der Maponya-Mall, diese riesige Mall in Soweto, und hab endlich ein Gastgeschenk für die Gastfamilie kaufen können: ein Buch (leere Seiten), das ich zu einem Gästebuch umfunktionieren und hier im Cottage installieren werde. Bei so vielen Besuchen und Gästen, verliert man ja langsam den Überblick. Mit einem Gästebuch kann sich jeder darin verewigen, Kontaktdaten hinterlassen und die Erinnerung an die Gäste bleibt lebhafter. Die Kollegen, die VOR mir hier waren, werde ich mit Namen und evtl Emailadresse auch in dem Buch auflisten. Alle Kollegen NACH mir, können sich ja dann selbst eintragen. Wie findet ihr das?
Bis Mitternacht war es geschäftig, dann saßen wir noch etwa 1,5 Stunden ohne richtige Aufgabe herum, danach entschieden wir uns ein wenig in den tea room zu setzen. Das endete darin, dass wir 4,5 Stunden schlafen konnten (wir = die diensthabende Kollegin und ich). 4,5 Stunden!!!
Leider ist seit dieser Dienstnacht mein Handyguthaben alle (und aufladen ging mal wieder mit meiner Kreditkarte nicht), ich bin also nur noch online wenn es irgendwo WiFi gibt..
Nach der üblichen Übergabe habe ich mich dann auf der Arbeit umgezogen und bin ca. 07:45 Uhr losgefahren. Zunächst zu MAKRO, einer Art Metro-Einkaufsriesen, in Germiston Johannesburg. Ich hatte für die Gasteltern jeweils eine Flasche ihres Lieblingsweines online bestellt und dorthin liefern lassen zum Abholen (das zu uns nach Hause transportieren hätte 2-3 Wochen gedauert, das war zu knapp). Jedenfalls hat das mit dem Abholen dort gut geklappt. Dann musste ich tanken und dann weiter nach Pretoria (glücklicherweise lag Germiston genau auf meiner Strecke nach Pretoria) zur Botschaft. Dort hatte ich um 10 Uhr einen Termin zum Abschlussgespräch. Dieses war heute (im Vergleich zum Ankunftsgespräch) sehr sehr nett (ich war aber auch alleine da, ohne irgendwelche Kollegen), ca. 40 Minuten. Und im Gegensatz zum letzten Mal wurde meine eine vergangene Email dieses Mal durchaus positiv gesehen. Ach ja. Dann bin ich von der Botschaft aus zurück gefahren nach Johannesburg, leider gabs unterwegs Stau und ich war statt 40 Minuten ca. eine halbe Stunde länger unterwegs. Seufz. In unserem Viertel angekommen bin ich zunächst zur "Not Bread Alone"-Bäckerei gefahren und wollte für morgen früh Gebäckteilchen für mein Abschiedsfrühstück auf der Arbeit bestellen. Die öffnen aber erst um 7 Uhr, das ist aber zu spät, da muss ich ja schon bei der Arbeit sein. Also bin ich noch zu einer anderen Bäckerei gefahren, die auch so Gebäckteilchen haben, und zwar auch erst um 7 Uhr öffnen, aber der Chef ist wohl immer schon ab 4 Uhr dort, sodass ich da morgen um 6 Uhr die süßen Teilchen abholen kann. Ich hoffe, ich habe genug bestellt  o_O  DANACH war ich noch im Copyshop und habe ein Foto von mir für das neue Gästebuch ausdrucken lassen. Und dann war meine To do Liste erstmal abgearbeitet. Um 12 Uhr war ich zuhause, hab mir was zu Essen gemacht und mich um 13:30 Uhr doch nochmal zu einem Mittagsschlaf hingelegt. Zwei Stunden bis 15:30 Uhr, danach ab ins Fitnessstudio. Leider habe ich dort heute meine Clubmitgliedkarte verloren *wuääähhh* aber man kann wohl dreimal dort reinkommen, wenn man seinen Ausweis vorzeigt, ab dem vierten Mal muss man eine neue Clubkarte kaufen. Da ich nur noch maximal dreimal in das Fitnessstudio gehen werde (Freitag, Sonntag, Montag), ist das Ganze nicht soooo tragisch, doof ist es allerdings schon. Man braucht die Karte nämlich auch um wieder von dem Gelände herunter zu fahren, ... das heisst, ich muss ab jetzt immer dem jeweiligen Wachmann meine Story berichten und hoffen, dass er mich rauslässt. Seufz.
Nach dem Sport musste ich noch schnell einkaufen (Servietten für die süßen Teilchen morgen, und Chakalaka), dann war ich zuhause, hab mich umgezogen und bin kurz vor 20 Uhr nochmal losgefahren: nach Sandton ins Holiday Inn Hotel. Leider gabs dort nur einen Tiefgaragen-Bezahl-Parkplatz, aber das nette Männchen an der Hoteleingangstür hat mich zu dem Mitarbeiterparkplatz gelotst, mich dort parken lassen und versprochen auf mein Auto zu achten. Das war mir auch sehr recht, denn seit heute Morgen geht die Fensterscheibe von der Fahrertür nicht mehr immer und nicht mehr ganz zu. Das heisst, es ist völlig willkürlich, ob die Scheibe ganz hochgeht, wie weit sie hochgeht und ob sie sich überhaupt bewegt. Natürlich ging sie auf dem Hotelparkplatz nur etwa 3/4 hoch, aber da war ja das nette Männchen.
Im Holiday Inn gibt es in der 9. Etage eine SkyBar mit schönem Block über Johannesburg (leider nicht auf die Downtown). Dort saß ich dann habe zwei Cocktails getrunken (die wirklich sehr sehr gut waren!)






... und bin dann wieder gegangen. Das Männchen war zwar weg, aber mein Auto stand noch da. Naja, und dann bin ich wieder nach Hause gefahren.
Morgen zu meinem Abschiedsessen wird wohl keiner kommen, alle haben schon etwas anderes vor, oder Dienst oder können einfach so nicht. Was solls. Ich bringe ja morgen die Frühstücksteilchen mit und abends bleibt dann für uns mehr Essen :-)
Seit vorgestern (oder vorvorgestern) ist meine Gasflasche im Zimmerradiator leer (ich wollte aber für die letzten Tage hier nicht extra nach einer neuen Flasche fragen), deshalb ist es jetzt abends immer ganz schön kalt! Aber ich habe Tee :-)

Dienstag, 24. Mai 2016

24.05. Letzter Dienstag hier

05:15 Uhr aufgestanden, warm geduscht und ab zur Arbeit. Heute Morgen war irgendwie der ganze Parkplatz vollgeparkt, deshalb musste ich mich mit sehr viel Rangieren in eine klitzekleine Parklücke quetschen (wer kennt die Szene aus Austin Powers? SO ging es mir!)
Auf der Arbeit war mal wieder GAR NICHTS los, die erste Kollegin ist um 11 Uhr gegangen. Der nächste Kollege um 13 Uhr, der RettAss um 13:15 Uhr und ich dann um 13:30 Uhr. Keine Patienten, keine OPs. Völlig ruhig. Aber nicht schlimm, denn ich wollte ja nach der Arbeit ein paar Dinge erledigen, z.B. Postkarten abschicken. Als ich endlich bei der Post hier um die Ecke ankam, bemerkte ich, dass meine Postkarten noch hübsch in meinem Lehrbuch, und dieses wiederum hübsch ordentlich in meinem Spind IM KRANKENHAUS lagen. Also musste ich wieder zurück fahren (aber nicht schlimm! es war ja noch früh am Nachmittag), die Postkarten holen und dann wieder zur Post fahren. Danach war ich beim Sport (aber irgendwie heute ein bisschen Power-arm) und dann noch kurz einkaufen. Der RettAss klopfte vorhin bei mir, um mir zu sagen, dass er morgen nicht zur Arbeit kommt, da er für seine Arbeit in Deutschland "etwas" machen müsse. Langsam ist mir das unangenehm. So ein bisschen repräsentieren wir uns ja hier auch und ich habe das Gefühl, dass er einen schlechten / unmotivierten / DESINTERESSIERTEN Eindruck hinterlässt (gestern hat ihn ein Kollege im Krankenhaus gefragt, warum er so langsam sei) und das auf mich mit abfärbt bzw., dass wir in einen Topf geschmissen werden und es am Ende heisst "DIE Deutschen.." - seufz. Dass mir das auf meine letzten Tage hier noch so zusetzen muss. Zusätzlich haben viele der Kollegen, die ich für mein Abschiedsessen am Freitag eingeladen hab, schon abgesagt :-( am Ende kommt wahrscheinlich gar keiner und mein einziger Gast ist der RettAss. :-(
Eigentlich wollte ich heute noch eine sehr coole SkyBar ausprobieren, aber dazu konnte ich mich dann nicht mehr aufraffen... :-/  Nun ja, ich schaue jetzt noch den Tatort von letztem Sonntag und gehe dann schlafen. Morgen mache ich wieder einen langen Dienst und Donnerstag nach dem Dienst muss ich nach Pretoria, zum Abschlussgespräch in der Botschaft, ich melde mich also erst später wieder...

Montag, 23. Mai 2016

23.05. noch eine Woche :-(

Heute ist wieder Montag und ich habe noch genau eine Woche bis zur Heimreise :-(
Trotzallem hieß es wieder um 05:20 Uhr aufstehen, zur Arbeit, coole Sachen gemacht, bis 15 Uhr. Dann habe ich den Journalisten angerufen und wir haben uns für 15:30 Uhr in der Cresta Mall (schon wieder MALL) in einem Café verabredet. Es hat alles gut geklappt, ich war rechtzeitig da (wenn auch in Arbeitskluft, aber das hat dem Journalisten, glaub ich, nichts ausgemacht). Zuerst haben wir uns in eine Couch-Ecke gesetzt und einfach so ein bisschen gequatscht. Das war die psychologische Strategie des Journalisten, die erste Nervosität ein bisschen zu nehmen. Leider hat er mir dann schon (versteckt) ein paar der Fragen gestellt, die dann im Interview auch nochmal kamen, und ich hatte da aber im Vorgespräch schon mein ganzes Pulver verschossen, aber was solls. Die 5 Fragen, die ich im Vorfeld bekommen hatte, hat er mir nicht gestellt :-( die ganze Vorbereitung ... naja .. umsonst.
Aber es wurde dann ein nettes Gespräch, ich weiss nicht, ob es besonders gut oder besonders schlecht war, an ein paar Stellen hat er nochmal nachgehakt, aber ein- oder zweimal musste ich es bei meiner Antwort belassen und musste eine weitere detaillierte Beantwortung der Frage ablehnen (wenn es zu sehr in eine bestimmte Richtung ging). Und er hat mir einen Kaffee gekauft :-D
UND ich habe auf dem Parkplatz einen 100-Rand-Schein gefunden X-D X-D X-D
Ich war ca. von 15.30 Uhr bis 17 Uhr da in Cresta, dann bin ich von dort aus ins Fitnessstudio gefahren, hab schnell zwei Stunden gestrampelt (durch den ganzen Stress das Abendessen bei den Freunden meiner Gastfamilie vergessen / verpasst) und bin dann mit ein paar Entschuldigungs-Savanna-Dry zu den Gasteltern rüber gegangen. Von halb acht bis halb neun hab ich bei denen auf der Couch gesessen und wir haben über das Interview geredet und Pläne geschmiedet für kommenden Freitag (mein Abschiedsabend von den Kollegen) und Samstag (Überraschung von der Familie). Freitag wenn wir braaien, darf ich meine Kollegen mit dazu einladen, so als Abschiedsessen und -trinken. Mal sehen, wie viele kommen.
Ansonsten muss ich noch: ein Abschiedsgeschenk für die Gasteltern und die Jungs besorgen, ein Geburtstagsgeschenk für die Gastmutter, eine Kleinigkeit zum Frühstück für die Arbeit am Freitagmorgen und eben Essen und Getränke für die "Party" am Freitagabend, Postkarten zur Post bringen und noch Mitbringsel einkaufen, dazwischen noch zum Sport, arbeiten und leider langsam irgendwann dann meine Abreise planen :-( Meine to-do-Liste habe ich nicht ganz geschafft, aber die Sachen, die hinten runterfallen, sind die unwichtigeren. Das meiste schöne habe ich gesehen und geschafft :-) Es ist so traurig, ich möchte eigentlich noch ein bisschen länger bleiben!