Freitag, 13. Mai 2016

Freitag der 13.05.

Auch heute war wieder ein durchgeplanter Tag. Um 7 Uhr aufstehen, duschen (heute ging das Wasser wieder!), frühstücken und um 08 Uhr los. Zunächst nach Northcliff Ridge, ich wollte meinem Besuch den wundervollen Ausblick auf das ganze weite Land auch mal zeigen (das war bei dem Wasserturm, der Ausblick, den ich mal spontan nach einem Nachtdienst dort entdeckt hatte). Danach waren wir noch schnell bei einer Bank (eine Überweisung tätigen für das Geburtstagsgeschenk des ältesten Jungen der Gastfamilie) und dann gings gleich weiter nach Soweto. Dort hatte ich für 10 Uhr eine zweistündige geführte Tour durch Soweto gebucht, Treffpunkt am Eingangstor zu "meinem" Krankenhaus. Alles hat super geklappt, wir haben unsere Frau Tourguide sofort gefunden,.. es war eine wundervolle ältere Dame, die bereits pensioniert ist, 12 Jahre lang in Soweto gearbeitet hat, und nun noch Touristen durch Johannesburg führt, quasi als private Führerin. Was soll ich sagen!? Es war wunderbar. Wir sind zu allen wichtigen Plätzen gefahren, haben die Freedom Charta gesehen, waren direkt IN EINEM Slum, sind dort nett herumgeführt worden, haben das gesamte Ausmaß der Armut der Menschen dort gesehen, waren in den wohlhabenderen Bereichen von Soweto, beim Hector Pieterson Museum, im Nelson Mandela House, bei den alten Power Plant Türmen, beim größten Taxiparkplatz der Welt und und und. Estelle (die Frau Tourguide) konnte sooooo viel erzählen, und sie kannte ganz viele Leute in Soweto, durch ihre frühere Arbeit. Sie hat uns quasi 3 Stunden lang (es wurde dann doch eine Stunde mehr aus der Führung) in ihrem kleinen Toyota Yaris durch Soweto gefahren und ist an allen wichtigen Plätzen mit uns ausgestiegen und hat uns herum geführt - genau so hatte ich es mir vorgestellt!!! Jedenfalls ging die Tour von 10 bis 13 Uhr, danach waren wir ganz schön platt und hungrig und haben in Soweto in einem kleinen Restaurant etwas gegessen. Sooooo schlimm ist es dort gar nicht. Man darf einfach nicht einfach so, alleine als Weißer in die schlimmsten, ärmsten Slums gehen, ohne Tourguide.. aber ansonsten ist es dort wirklich ziemlich friedlich. Und sie haben sogar Malls. Und aus den stillgelegten Power Plant Türmen haben sie eine Bungee Jumping Attraction gemacht :-)
Nach dem Mittagessen sind wir wieder in die Innenstadt gefahren, ich hatte von einer coolen Rooftop Bar gelesen, the Living Room. Ein bisschen schwierig zu finden, aber als wir endlich da waren, hatte sich die Mühe gelohnt!! Es war in der 5. Etage eines Bürogebäudes, rundherum keine Wände, nur ganz viele Pflanzen, offener Blick auf die Downtown, Sonnenschein


und gemütliche Sitzgelegenheiten. Oh man, wir haben uns dort so gut gefühlt!!! Und die Cocktails waren riesig (sie wurden in einem Marmeladenglas serviert), lecker und günstig!!! Die Gegend war das neue aufkommende hippe Viertel von Johannesburg, viele kleine schicke Cafés, coole Leute, eine Filmcrew bei einem Dreh, Bars und Street food. Wir haben uns sofort dort wohlgefühlt!
Danach mussten wir weiter, es wurde langsam Zeit heimzufahren, zum Braai. Zuvor haben wir noch einen Stop bei den Melville Koppies gemacht, und den Ausblick bei untergehender Sonne genossen. Was für eine wunderschöne Skyline!!
Danach schnell eine Flasche Wein geholt und ab zum Braai. Es gab Rindefilet, Lammkoteletts, Zucchini und Squash vom Grill, dazu Salat, Pap and Sauce (wieder diesen Maisbrei und dazu diese Letscho-artige Sauce) - meeeeega lecker und zum Dessert den landestypischen Bread Pudding mit Vanilleeis. Leute, so viel kann ich gar nicht ins Fitnessstudio gehen!!! Bis 21:30 Uhr saßen wir bei der Gastfamilie, dann wurde es Zeit Gute Nacht zu sagen :-)


PS: dieses tolle Stück habe ich mir in der Rooftop Bar gekauft. Es ist ein Totenkopf-Blumentopf mit einer Sukkulenten-Pflanze darin. Gibt es etwas cooleres??? :-D

also, dieser Freitag der 13. hat absolut gar nichts schlechtes in sich gehabt. Vielleicht ist das alles doch nur ein bisschen Aberglaube ;-)

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